Unteroffiziere und Musketiere

Unteroffiziere

  Freicorporal Moritz von Sternberg

 

Seargant Pfeiffer

Musketiere/Grenadiere

  Gefreiter Franz Clemens Lengenfeld

*14. Mai 1734 in Wiedenbrück (Bistum Osnabrück)

Zweitgeborener Sohn eines Lehrers begann er nach der grundlegendsten Schulbildung eine Ausbildung bei einem Landvermesser. Bevor er sich 1750 in einem Anflug von Abenteuerlust und unter dem Eindruck des letzten Krieges durch einen preußischen Werber des Regiments Darmstadt anwerben lies. Wobei er die Warnungen und Schauergeschichten über jene welche damals im Bistum umhergingen geflissentlich ignorierte.

 

  Mousquetier Schäfer

 

Mousquetier Johannes Casper Conrad
* 17. August 1730 in der Grafschaft Mark

Geboren als erster Sohn einer unter der Leibeigenschaft stehenden Familie in der Grafschaft Mark.

Beruflich als Holzhauer tätig, wird er 1749 wegen „seiner propern Statur und Größe“ für den Dienst in der preußischen Armee als Landeskind eingereiht.

 

Mousquetier Johann Friedrich Barths
* 05. Juli 1726 in Cölln bei Berlin

Sohn eines Wirts

Wurde wegen seiner Größe von preussischen Werbern angesprochen.
Doppeltes Handgeld und väterlicher Zuspruch bewegte ihn zum Eintritt ins Regiment.

Der Regiments-Unterstab

Der Regiments-Unterstab umfaßte Regiments-Tambour, sechs Oboisten, sechs Pfeifer, Büchsenmacher und Schäfter, Auditeur und Profoß, Feldprediger, Quartiermeister, Lazarett-Chirurgus mit zwölf Kompanie-Feldschers. Einige dieser Rollen stellen wir in unserem Regiment dar und möchten diese vorstellen:

Lazarett-Chirurgus

Lazarett-Chirurgus Franz von Seifert

* 30. Juli 1704 in Hamm

am 01.08.1729 Meldung beim Generalchirurgo von der Armee und Directore von allen Chirurgis gemeldet , vor dem Collegio medic ein Examen abgelegt über Kenntniss der innerlichen Krankheiten und einen cours des opérations abgelegt

Regiments-Feldscher

Regiments-Feldscher Friedrich-Wilhelm Lorenz

* 23.07.1695 in Alten-Bauna in Hessen

wurde unter Friedrich-Wilhelm I. in der Charité als Pensionärs-Feldscher ausgebildet und dann als Regiments-Feldscher im IR 12 angestellt.

Lazaretthelfer Karl Schäper
Lehrling der Chirurgie

* 02. September 1743 in Hammwegen

Wegen schwächlicher Konstitution und zu geringem Maß als Musketier im IR 9 nicht tauglich. Um eine Versetzung zu einem Garnisonsregiment zu vermeiden Eintritt in das Garnisonslazarett zu Hamm und wegen guter Führung und schulischer Vorbildung als Lehrling der Chirurgie angenommen, um dereinst Medicus zu werden

Feldprediger

Ein preußisches Regiment der Infanterie und der Kavallerie galt in der Zeit des siebenjährigen Krieges als eigenständige Kirchengemeinde. Ihm stand, quasi als Pfarrer, ein sogenannter Feldprediger vor. Die Aufgaben des Feldpredigers sind die gleichen eines zivilen protestantischen Pfarrers: Durchführung theologisch-seelsorgerlicher Handlungen wie etwa: Taufen, Konfirmationen, Beichte, Gottesdienste, Austeilung des Abendmahls, Verheiratung von Regimentsangehörigen und Beerdigungen. Neben diesen angeführten Handlungen wurden in jedem preussischen Regiment zwei Mal am Tag Bet-Stunden (Andachten) gehalten, die jeweils 15 Minuten dauerten und die ebenfalls vom Feldprediger gehalten wurden. Des Weiteren gehörte es zu den Aufgaben des Feldpredigers regelmäßig Krankenbesuche im Lazarett des Regiments zu absolvieren sowie die Kirchenbücher des Regiments auf dem aktuellen Stand zum halten. Obwohl das Reglement für die Feldprediger vorsah, daß diese nicht aktiv an Kampfhandlungen teilnahmen, bezeugen zahlreiche Quellen, daß sie bei Kampfhandlungen hinter der Linie bei den Soldaten standen und diese beruhigten und sie sogar im Falle einer versuchten Desertation zurück hielten. Neben den evangelisch-lutherischen Feldpredigern gab es in Preußen auch reformierte und katholische Feldprediger.

 Christian Fürchtegott Brinkkötter

* 08. September 1719 in Schildesche, Minden-Ravensberg

Ältester Sohn einer alteingesessenen Pfarrersfamilie.
1734 Besuch der Lateinschule im nahen Bielefeld (Heute Ratsgymnasium)
Ab 1740 Studium der Theologie und Philosophie an der Universität Halle
1749 Eintritt in den Dienst des Feldpredigers, zuerst Infanterieregiment No. 10, später Infanterieregiment No. 12.

Profoß

In der preußischen Armee wurde in jedem Regiment nur je ein Steckenknecht bzw. Stock-Meister vorgehalten: diese nannte man Profoß. Die Aufgaben im Regiment sind Übeltäter in Verhaft zu nehmen, die Aufsicht dann über diese zu führen und zuweilen auch die Strafen über sie zu verüben.

Johann Albert Säumenicht

* 27. April 1718 in Lingen

Jüngster Sohn eines Schreiners
1742 Eintritt in den Dienst als Musketier beim Infanterieregiment No. 09
1745 Verwundung bei der Schlacht bei Kesselsdorf, infolgen dessen Invalide
1747 Wiedereintritt in den Dienst. nun als Stockmeister/Profoss Infanterieregiment Nr. 12

Über das Ansehen des Profoß hat der einstige Theologiestudent Friedrich Christian Laukhard, Soldat in preußischen und österreichischen Diensten, berichtet:

„Ein preußischer Profoß ist aber eine gar traurige Personage. Der kaiserliche Profoß ist ein angesehener Mann, welchen die Soldaten und Offiziere ihren „Herr-Vater“ heissen. So ein Profoß hat auch ein gutes Traktatment und artige Kleidung. Hingegen ein preußischer Profoß ist gewöhnlich ein alter Invalide, der schlechten Sold erhält und eine ausgezeichnete Uniform trägt, grau mit grüner Garnitur; auch keinen Steckenjungen hat, der die Gefangenen schließe oder die Stecken und Ruten schneide und dergleichen, das muss der preußische Profoß alles selbst tun. Daher ist er auch bei jedem Soldaten verachtet und verspottet; keiner trinkt mit ihm, und er darf sich nicht unterstehen, in ein Wirtshaus oder in eine Markentenderhütte zu kommen wo Soldaten sind; sogar die Packknechte wollen den Profoß nicht um sich leiden. Wenn man endlich weiß, dass auch die Packknechte von den Soldaten verachtet und bei jeder Gelegenheit mißhandelt werden, so kann man sich so ziemlich den Begriff machen, was der arme Profoß bei den Preußen gelten möge.“

Das Regiment heute

Das Infanterieregiment zu Fuß No. 12 nimmt an folgenden Veranstaltungen teil

    • Sa
      16
      Jul
      2022
      So
      17
      Jul
      2022

      Bürgerfest Schloss Clemenswerth

      Sögel
    • Sa
      13
      Aug
      2022
      So
      14
      Aug
      2022

      Zeitreise Schloss Eichenzell

      Fulda
    • Do
      01
      Sep
      2022
      So
      04
      Sep
      2022

      Lagerleben an der Schanze (Intern)

      Walsrode

Galerie

Exierziertag 2018

Im April 2018 hat das Regiment sich zum jährlichen Exierzieren getroffen, rund um das schöne Stadtpalais in Lauterbach und der unberührten Natur im beschaulichen Kreis Vogelsberg sind diese Fotos entstanden

Der Regiments-Stab

Allgemeiner Text über den Regiments-Stab

Major Karl Wilhelm von Jeetze

* 01. Juli1710 in Hohenwulsch in der Altmark

 

 

Major a’la Suite Georg Conrad von der Goltz

 

Premier-Leutnant Friedrich Wilhelm von Seifert

* 30. Juli1704 in Hamm

Eintritt mit 16 Jahren in das IR 9 zu Hamm als Freicorporal, dann versetzt zum ersten Bataillon des IR 12 nach Prenzlau

Veranstaltungen

Das Infanterieregiment zu Fuß No. 12 nimmt an folgenden Veranstaltungen teil

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Living History

Was ist „Living-History“?

„Living History“ ist eine, in den 1930er Jahren als Bestandteil der Museumspädagogik in den USA entstandene, beliebte Form der Aneignung und Vermittlung von Geschichte. Living History nutzt Rekonstruktionen und Inszenierungen, um Schlaglichter auf den Alltag und – begrenzt – auf die Lebensumstände vergangener Epochen zu werfen und unterhaltsam „begreifbar“ zu machen. Dargestellt werden Arbeit und Arbeitsprozesse sowie Alltagsleben und Dinge des Alltags (Realien). Living History ist kurz gesagt als „Simulation vergangener materieller Kultur, Technologie und Verhaltensweisen“ zu verstehen.

Der englische Begriff ist mehrdeutig. Er kann sowohl „Geschichte leben“ und „gespielte Geschichte“ als auch „gelebte Geschichte“ und „Geschichte erleben“ bedeuten und somit in allen diesen Übertragungen ins Deutsche für jeweils andere Intentionen und Herangehensweisen stehen. Es handelt sich dann dementsprechend um Freizeit- oder Lebenssinngestaltung und „Reenactment“ (auch Geschichtstheater, Museumstheater, historisches Spiel) oder Experiment und Inhaltsvermittlung.

Die Szene ist zwar unüberschaubar, in jedem Fall aber ist „Living History“ in allen seinen Ausprägungen streng von den populären „Mittelalter- und Barockspektakeln“ mit ihren Volksfestcharakter und Darstellern in fantasievollen und „historisierenden Gewandungen“ abzugrenzen.

„Living History“ und Wissenschaft

Das Problem ist, dass es sich um keinen aus wissenschaftlicher Forschung und Diskurs erwachsenen Begriff handelt. Dementsprechend indifferent und teilweise angespannt ist das Verhältnis zwischen „Living History“ und den Wissenschaften, der Geschichtsforschung und Archäologie und ihren traditionellen Vermittlungsmedien (Universitäten, Fachpublikationen, Museen).

Dabei ist es unbestreitbar, dass diese Form der Darstellung und Präsentation nicht nur Geschichte für Laien anschaubar und erlebbar macht, sondern auch in vielen Bereichen, vor allem der Vor- und Frühgeschichtsforschung (experimentelle Archäologie) zu neuen Erkenntnisgewinn beiträgt.

Im Gegensatz zur experimentellen Archäologie, die forschungs-, nicht vermittlungsorientiert ist, kann Living History nicht als wissenschaftliche Arbeit angesehen werden. Zwar bedienen sich die Akteure der Ergebnisse seriöser wissenschaftlicher Forschung und vereinzelt auch wissenschaftlicher Methoden, der Zugriff auf Primärquellen – vornehmlich Sach- und Bildquellen – bleibt jedoch auf das bloßes Anschauen, Verstehen und Rekonstruieren beschränkt.

Living History ist also in gewisser Weise die experimentelle Archäologie des Laien und ist immer eine Gradwanderung zwischen wissenschaftlicher Präsentation und inszenierter Unterhaltung. Living History kann aber der Forschung und Lehre als Vermittler im Kontakt mit der geschichtsinteressierten Öffentlichkeit nutzen.

„Living History“ und Wissenschaftlichkeit

Wir verstehen Living History im Sinne von „Geschichte erleben“ oder „erlebbar“ machen. D.h. für uns stehen eigener Erkenntnisgewinn und die bildhafte Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse an ein interessiertes Publikum im Mittelpunkt. Eng an den aktuellen Forschungsstand und wissenschaftlicher Methodik angelehnt wollen wir das Leben und Wirken der Menschen im Rokkoko möglichst realistisch abbilden.
Es geht dabei nicht um die perfekte Nachstellung der Geschichte, was aufgrund der inhomogenen Forschungslage gar nicht durchgängig möglich ist. Nicht „Authentizität“ (im Sinne von „echt“) ist also das Ziel, sondern Glaubwürdigkeit und die größtmögliche Annäherung an die historisch und archäologisch nachvollziehbaren und nachweisbaren Realitäten.

Texte mit freundlicher Genehmigung zur Verfügung gestellt v. Rainer Kasties

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Literatur zur Begriffsbestimmung, Abgrenzung, Perspektiven und Qualitätsstandards

Jan CARSTENSEN, Uwe MEINERS, Ruth-E. MOHRMANN, Living History im Museum: Möglichkeiten und Grenzen einer populären Vermittlungsform, Münster 2008.

„Living History in Freilichtmuseen. Neue Wege der Geschichtsvermittlung“. Bericht von der Tagung im Freilichtmuseum am Kiekeberg, Rosengarten-Ehestorf vom 01.05.-03.05.2008.

„Die Magie der Geschichte. Geschichtskultur und Museum“. Bericht von der Tagung in der Thomas-Morus-Akademie und Bundesverband freiberuflicher Kulturwissenschaftler vom 27.08.-28.08.2007 in Bergisch-Gladbach, Tagungsbericht Irmgard Zündorf, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam.

Das Regiment heute

Wer wir sind

Das heutige Regiment zu Fuß No. 12 ist ein Netzwerk von Darstellern, die den Alltag eines preussischen Infanterieregimentes im Alltag erforschen, rekonstruieren und im Rahmen von Museums-, Living-History- oder Reenactmentveranstaltungen darstellen. Was darunter zu verstehen ist, können wir Sie unter dem Menüpunkt Living History erfahren. Das IR12 ist eine Darstellungsgruppe der

und in dieser organisiert.


Teile des Regiments auf der Zeitreise 2018

 

Woher wir kommen

Die Mitglieder des heutigen Regiments zu Fuß No. 12 sind über das gesamte Bundesgebiet (von Schleswig-Holstein bis Bayern) verteilt. Unsere Kommunikation erfolgt über die modernen Medien und auf den Darstellungsveranstaltungen.

Wo trifft man uns an

Das heutige Regiment zu Fuß No. 12 nimmt europaweit an Museums-, Living-History- oder Reenactmentveranstaltungen teil. Für genauere Informationen besuchen Sie bitte unsere Veranstaltungs-Seite.

Kann man mitmachen

Teilnahme als Gast/Anwärter ist bei ernsthaften Interesse natürlich mögllich. Leih-Uniformen sind dafür z. T. vorhanden. Jedoch lernen wir unsere Gäste/Anwärter vorher gerne persönlich kennen. Bitte sprechen Sie uns doch auf einer Veranstaltung an oder kontaktieren Sie uns per Email:

oder über Facebook: